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Goch

Dieser Text beschreibt Goch.


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Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Goch Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Goch beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Goch. Fragen zu dem Thema Goch können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.

Goch Artikel

Goch ist eine Stadt in dem Kreis Kleve in dem Bundesland Nordrhein-Westfalen. Goch ist in dem niederrheinischen Tiefland an der Niers gelegen und hat 33.538 (Stand 31.12.2003) Einwohner.

Inhaltsverzeichnis
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Geschichte

Goch Beschreibung

Aus der Gocher Anfangszeit ist ca. sehr wenig bekannt. Außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes sind vorgeschichtliche Funde keine Seltenheit. Das Umland wurde von Germanen, Römern und später den Franken besiedelt. In dem Bereich der Stadt sind vorgeschichtliche Siedlungen nicht nachzuweisen, obwohl sich die Lage auf der Niederterrassenebene an der Niers hervorragend als Siedlungsplatz geeignet hätte.

Im Boden der St. Maria Magdalena-Kirche sind Fundamente einer romanischen Kirche aus dem 12. Jahrhundert festgestellt worden. Die erste urkundliche Nennung Gochs erfolgte 1259. Zwei Jahre später nannte Goch sich bereits Stadt. Eine Stadterhebungsurkunde wird nicht verliehen worden sein. Es ist davon auszugehen, dass sich die dörfliche Siedlung bis zu dem 13. Jahrhundert so weit entwickelte, dass Goch während der Regierungszeit des Grafen Otto II. von Geldern das Recht beanspruchen durfte, sich Stadt zu bezeichnen.

Goch gehörte zunächst zu dem Herrschaftsbereich der Grafen bzw. den Herzögen von Geldern . 1473 kam die Stadt zu dem Herzogtum Kleve.

Von der 2200 Meter langen Stadtbefestigung mit ihren vier Stadttoren und 19 Türmen sind ca. noch kleine Reste der Mauer sowie das Steintor erhalten geblieben.

Um 1300 wird bereits die Wollindustrie das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt gewesen sein, denn als der Graf von Kleve 1329 in Wesel ein Wollamt einrichtete, wurde es nachdem Gocher Recht aufgebaut. Die wirtschaftliche Kraft der Stadt wird zu einem Bevölkerungsanstieg geführt haben, so dass die Kirche 1340 in dem gotischen Stil neu und größer gebaut wurde. Als der Landesherr 1458 der Stadt große Heideflächen übertrug, die zur Schafzucht genutzt wurden, entwickelte sich die Wollindustrie in Goch weiter. Auch erfolgte ein weitgehender Neubau der Kirche.

Den Wendepunkt in der Stadtgeschichte markiert das Jahr 1473, als Goch dem Herzog Johann von Kleve übergeben wurde. Der neue Landesherr hatte es schwer in Goch. Daher baute er zur eigenen Sicherheit zunächst den landesherrlichen Hof des Herzogs von Geldern zu einer starken Burg aus. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts begann langsam der wirtschaftliche Niedergang der Stadt, weil Wolle aus England bevorzugt wurde. Durch den Beitritt zur Hanse in dem Jahre 1540 erhoffte man sich eine Besserung der Wirtschaft. Im 80jährigen niederländischen Befreiungskrieg sind viele Niederländer vor der Katholisierungswelle, die von Herzog Alba ausging, geflohen und in dem Herzogtum Kleve ansässig geworden. Daraus bildete sich 1570 eine Flüchtlingsgemeinde in Goch, die sich bald mit den wenigen Reformierten in der Stadt zu einer Gemeinde vereinigte. Die reformierte Gemeinde erhielt 1621 eine Kirche. 1699 erfolgte der Neubau der Kirche am Markt. Nachdem die Linie des klevischen Herzogs ausgestorben war, ging Goch 1614 an den Kurfürsten von Brandenburg. Wegen Geldmangel konnten die überalterten Befestigungsanlagen des Mittelalters nicht mehr modernisiert werden. Es begannen unruhige Kriegszeiten in Goch. Ab etwa 1620 wechselten sich holländische, spanische und französische Truppen, zu dem Teil mit sehr langen Einquartierungszeiten, in Goch ab und ließen die Bevölkerung verarmen.

Durch den Vertrag von Xanten1614 fiel das Herzogtum Kleve zusammen mit Goch an Brandenburg. In den folgenden 200 Jahren wechselte die Herrschaft über Goch mehrmals. 1615 wurde die Stadt von Holländern erobert, 1622 - 1625 herrschten dann die Spanier in Goch. 1757 - 1763 erfolgte eine Besetzung durch französische Truppen. 1795 bis 1815 gehörte Goch abermals zu Frankreich. 1815 kam Goch wieder zu Preußen.

Als Amerika-Auswanderungswillige aus der Pfalz 1741 am Niederrhein hängenblieben und sich auf der Gocher Heide niederlassen konnten, war die Stadt, von etwas Leder- und Eisenverarbeitung abgesehen, landwirtschaftlich orientiert. Die Pfälzer kultivierten die Gocher Heide, woraus sich 1799 das selbständige Pfalzdorf entwickelte. Es entstand eine pfälzische Sprachinsel. Allmählich zeichnete sich in der Stadt wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung ab, der die Bevölkerung in vier Jahrzehnten von 2500 in dem Jahre 1783 auf über 4 Tausend Einwohner anwachsen ließ. Die Stadt musste sich darum über den mittelalterlichen Stadtgrundriss hinaus erweitern. Das Gemeindegebiet umfasste 13 Hektar.

Als die Eisenbahnlinien Köln-Kleve und Boxtel-Wesel nach Goch kamen, entwickelte sich in der ehemaligen Weberstadt die Tabak-, Zigarren- und Margarineindustrie. Schuh- und Lederwarenfabriken sowie Plüsch- und Samtweberei ließen sich ebenfalls in Goch nieder. Die Bevölkerung wuchs von 5 Tausend in dem Jahre 1880 auf etwa 14 Tausend Einwohner 1935.

In der Reichspogromnacht vom 09. auf den 10. November wurde die Synagoge in Goch in der Herzogenstraße von SA und SS demoliert und niedergebrannt. Den schwärzesten Tag in ihrer Geschichte erlebte Goch dann am 07. Februar 1945. Durch den Bombenangriff der Alliierten in dieser Nacht sowie am 12. Februar und durch die anschließenden Kämpfe wurde 84 Prozent der Stadt zerstört.

Die schweren Kriegsschäden zu dem Ende des 2. Weltkrieges, die die Stadt zu etwa 84 Prozent zerstörten, machten anfangs schwer zu schaffen. Die Industrie zog ab, Wohnraum war fast gar nicht vorhanden und es herrschte eine Arbeitslosigkeit von bis zu 25 Prozent in Goch.

Nach dem letztendlich erfolgreichen Wiederaufbau kamen durch die Kommunalreform 1969 die selbständigen Gemeinden Pfalzdorf, Asperden mit Hülm, Hassum und Hommersum, die Gemeinde Kessel sowie Nierswalde zu Goch.

Heute ist Goch etwa 116 Hektar groß und zählt über 33 Tausend Einwohner. Pfälzer, Hugenotten, Mennoniten und Flüchtlinge bzw. Vertriebene fanden in Goch in dem Laufe der Jahrhunderte neue Heimat.

In der Nacht zu dem 24. Mai 1993 stürzte der über siebzig Meter hohe Kirchturm der Sankt-Maria-Magdalena Kirche in sich zusammen. Der Wiederaufbau des Kirchturmes dauerte zehn Jahre.

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Einwohner

Die rund 33.500 Einwohner der Stadt verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stadtteile:

  • Stadt Goch (19.642 Einwohner)
  • Asperden (2.121 Einwohner)
  • Hassum (1.047 Einwohner)
  • Hommersum (461Einwohner)
  • Hülm (725 Einwohner)
  • Kessel (2.054 Einwohner)
  • Nierswalde (932 Einwohner)
  • Pfalzdorf (6.432 Einwohner)
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Geographische Lage, Klima

Der Stadtkern von Goch liegt ungefähr 17,1 m über NN auf 6 Grad 09 min östlicher Länge und 51 Grad 40 min nördlicher Breite.

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Wirtschaft und Verkehr====Freizeit

Mit "GochNess" verfügt Goch über ein attraktives Freizeitbad. Ein Naturbadesee mit Sandstrand, Wettkampf- und Erlebnisbecken in dem Inneren sowie ein Saunapark stehen genzjährig für die ganze Familie zur Verfügung.

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Sehenswürdigkeiten

  • Haus zu den fünf Ringen (16. Jh.)

Eines der schönsten Patrizierhäuser am Niederrhein, erbaut in dem 16. Jahrhundert, in dem 19. Jahrhundert erworben durch den Brauer Theodor Janßen, der dort eine Brauerei betrieb. Der Betrieb ist inzwischen in das Industriegebiet verlagert. Die Hausmarke Zu den Fünf Ringen gehörte ursprünglich zu einem gegenüberliegenden Haus.

  • Pfarrkirche Maria-Magdalena (14.-16 Jh., Kirchturm 2003 wiederaufgebaut)

Spätgotische Backsteinkirche aus dem 14.-15. Jh. mit drei ungleichen Schiffen, dritte Kirche an dieser Stelle. Die 1324 geweihte Vorgängerin, eine der ersten Backsteinkirchen am Niederrhein, hatte drei etwa gleich breite Schiffe. Dem Mittelschiff war in dem Westen ein Turm angesetzt, der nachdem Bau der heutigen Kirche erhöht wurde und am 24. Mai 1993 einstürzte. Heute ist der Mittelschiffchor, um 1340 errichtet, der älteste Teil der Kirche, der jüngste Teil das um 1450 fertiggestellte hohe Südschiff. Von der ersten, einer dreischiffigen romanischen Kirche aus dem 12. Jh. ist der Verlauf der Apsis in dem Boden des Mittelschiffes sichtbar gemacht.

  • Steintor (14. Jh.)

Das einzige erhaltene und größte von ehemals vier Stadttoren der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist heute auch das Wahrzeichen der Stadt, erstmal 1371 genannt. Durch das viergeschossige Tor mit den zwei Türmen floß bis zu dem Ende des 19. Jh. der gesamte Straßenverkehr nach Norden. Weil es in dem 19. Jh. als Gefängnis diente, blieb es erhalten. Feldseitig befindet sich in dem oberen Geschoß eine Pechnase, durch die Pech oder ähnliches gegossen werden konnte, um Eindringlinge vom Tor fernzuhalten. In den drei Nischen darunter befinden sich Steinmetzarbeiten, von links nach rechts: das Wappen von Preußen, das Wappen der Stadt Goch, gehalten vom Stadtpatron, dem hl. Georg und der Reichsadler. 1919 stürzte der stadtseitige Teil des Mittelbaues ein, 1945 zerstörte eine Bombe den Westturm. Das Steintor wurde wieder restauriert. In dem Steintor unterhält der Verkehrs-und Heimatverein e. V. Goch den sog. Treffpunkt Steintor, der sonntags von 15.00 - 17.00 Uhr besucht werden kann; Eintritt frei!

  • Tertiarinnenkloster

Das stark renovierte Gebäude von 1651, das als Stadtbücherei genutzt wird, gehörte zu einem Beginenkonvent, der bereits 1358 genannt wird und um 1600 St.-Johannes-Konvent hieß. An der Nordseite ist das Gebäude auf der ehemaligen Stadtbefestigung errichtet worden. Dort fallen die Fundamentreste eines ehemaligen Verteidigungsturmes und ein Strebepfeiler der Stadtmauer an der Niersseite auf. Nach der Säkularisation 1802 kaufte der Gocher Kaufmann van den Bosch das Anwesen und nutzte die Gebäude für seine gewerblichen Zwecke. 1849 stiftete Marianne van den Bosch diesen Besitz als Krankenhaus, das nach ihrem Vater Wilhelm-Anton-Hospital genannt wurde. Es bestand dort bis 1968 und zog dann in einen Neubau in der Voßheide. Die meisten der alten Gebäude wurden 1968 abgerissen.

  • Geburtshaus des Pater Arnold-Janssen, heilig

Geburtshaus des 1837 geborenen Pater Arnold Janssen, hl., Gründer der Steyler Missionsgesellschaft, Frauenstraße, Besichtigung nach Terminvereinbarung, Pater Arnold Janssen wurde am 05.10.2003 durch Papst Johannes Paul II. in Rom heilig gesprochen.

  • Evangelische Kirche

Vom 14. bis 17. Jh. Städtisches Gasthaus Zu dem Heiligen Geist und zugleich Rathaus, 1699 Umbau zur Kirche der Reformierten, nach Zerstörung in dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt, mehrfach renoviert und verschönert.

  • Museum für Kunst und Kulturgeschichte

An dieser Stelle wird erstmal 1340 hertogs huis te Goch des Herzogs von Geldern erwähnt, das erst unter der Landesherrschaft der Klever Herzöge ab 1473 zu einer landesherrlichen Burg mit mehreren Türmen, einer Mauer und einem Wassergraben ausgebaut wurde. Die nach ständiger baulicher Veränderung und teilweiser Schleifung verbliebenen Reste wurden 1945 so stark beschädigt, das sie abgebrochen wurden. Über dem erhalten gebliebenen Keller mit korbbogigen Kreuzgratgewölben wurde 1950 auf alten Fundamenten das Gebäude errichtet, das nach gründlichem Umbau 1991 das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Stadt Goch aufnahm. An das Museum ist das neu errichtete, 1991 eröffnete Kultur- und Kongresszentrum KASTELL angebaut.

  • Rathaus

Rathaus - Um 1770 von Familie van den Bosch als ihr Wohnhaus errichtet, beherberte ab 1937 die Städtische Sparkasse und das Städtische Heimatmuseum, in dem Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört, nachdem Wiederaufbau ab 1946 Rathaus

  • Langenberghaus

An der Roggenstraße steht das renovierte Langenberghaus, ein Fachwerkhaus mit Schnitzereien des Bildhauers Ferdinand Langenberg (Neugotik)

  • Frauenhaus

Frauenhaus (gegründet 1504)

  • Männerhaus

Spätmittelalterliches Männerhaus (gegründet 1455)

  • Ehemaliges Kloster Gut Graefenthal

Die Überreste des ehemaligen Klosters sind für den Niederrhein von besonderer kulturhistorischer Bedeutung. Das Kloster Graefenthal wurde 1248 von Graf Otto II. von Geldern auf Zureden seiner Gemahlin Margarete, einer Tochter Graf Dietrichs V. von Kleve, als Jungfrauen-Konvent gegründet. An seinem Standort lag die vorher vermutlich bereits verfallene Gelderische Burg Rott des Ritters Stefan von Pleeze, der auf die Burg zugunsten des Klosterbaues verzichtet hatte. Der Name Grafenthal -"e" ist ca. ein Dehnungsvokal - entspricht dem Willen des Stiefvaters; "vallis comitis" Tal des Grafen. Der Zisterzienserorden errichtete zuerst die Klosterkirche. In dem September 1251 wurde dort in dem Chor Margarete von Kleve beigesetzt. Die restlichen Klostergebäude wurden bis 1258 fertiggestellt. Das Kloster blühte schnell auf, da es von den Grafen und Herzögen von Geldern und Kleve gefördert wurde. Die Klosterfrauen waren in der Regel adelig, so dass man die Abtei in dem weitesten Sinne als Versorgungsstätte für die unverheiratet gebliebenen Frauen der Adelsfamilien nennen kann. Nach dem Tod von Otto II. am 10 Januar 1271 wurde dieser in der Gruft neben seiner Gemahlin in der Klosterkirche begraben: Graefenthal war die Grabstätte des Grafengeschlechts von Geldern. Bis 1376 wurden hier 13 Grafen , Gräfinnen und Herzöge bestattet. Um 1280 waren bereits 50 Ordensfrauen und zahlreiche Laienschwestern auf Graefenthal untergebracht. Die Nonnen sollten nachdem monastischen Ideal der freiwilligen Armut (=Klosterleben in der Einsiedelei) ein Leben innerhalb der Klostermauern führen. Dieser Grundsatz wurde jedoch nicht zu allen Zeiten eingehalten. Die 1,3 km lange Klostermauer, die vor einigen Jahren restauriert worden ist, bot Schutz vor Eindringlingen und war gleichzeitig die Klausurgrenze und sollte die Frauen von weltlichen Einflüssen fernhalten. Die Nonnen durften das Kloster nicht verlassen und hielten das Schweigegelübde; eine Unterhaltung war ca. in dem Flüsterton gestattet. Über Verfehlungen innerhalb des Klosters hielt die Äbtissin das niedere Gericht unter der Gerichtslinde. Von der Gerichtslinde an der Einfahrt von der Maasstraße zu dem Privatweg in der Mitte der Gabelung ist ein Seitenhieb des alten Baumes heute noch vorhanden. Zwischen 1280 und 1320 erhielt die Abtei zunächst Patronatsrecht in den Kirchen von Asperden, Hassum, Hommersum und Kessel, die ihr später völlig angeschlossen wurden. Durch Stiftungen und Vermächtnisse erhielt das Kloster eine Vielzahl von Höfen, Mühlen, Acker-, Weide-, und Heideland, Holzungen, Fischereien, Renten und Zehnten. Graefenthal hatte großen Einfluss auf die Siedlungsentwicklung der Region. Kriegswirren (vor allem der Kölnisch - Burgundische Krieg 1474) und Brände fügten dem Kloster allerdings zahlreiche Schäden und Verluste zu. So musste 1474 ein erheblicher Teil der Anlage wieder aufgebaut werden. Dieses zeigt besonders die Fassade des nördlichen Flügels. Nach mehr als 550 Jahren Bestehens wurde das Kloster 1802 von den Franzosen zwangsweise säkularisiert. Graefenthal war mit 6300 Morgen Land und 36 Bauernhöfen zu diesem Zeitpunkt reicher noch als das Stift Xanten. Nach der Aufhebung des Klosters diente das Gelände bis in die heutige Zeit als landwirtschaftliches Gut. Die Klosterkirche wurde 1808 abgerissen, um aus dem Material des Gebäudes die Pfarrkirche in Pfalzdorf zu errichten. Das Hochgrab des Stifters mit der steinernen Liegefigur stand fortan in dem Freien. Die Grabfigur, die Otto II. jugendlich und in Lebensgröße darstellte, ist leider bereits 1870 verloren gegangen. Der verbleibende Teil des Hochgrabes, eine Blausteinplatte, die von sechs Löwen gehalten wird, wird seit kurzem durch ein Holzdach geschützt, das aufgrund zahlreicher Spenden gebaut werden konnte. Aus sämtlichen Bauperioden sind noch steinerne Zeugnisse erhalten; Bauten gotischen Stils, die aus dem 13. bis 15. Jahrhundert stammen, sowie barocke und klassizistische Bauteile aus dem 18. Jahrhundert. Während der landwirtschaftlichen Nutzung des Geländes sind in den letzten Jahrzehnten allerdings große Schäden an der wertvollen Bausubstanz entstanden. Zur Zeit ist die Stadt Goch Eigentümerin des Geländes und bemüht sich, die verbleibende Substanz zu retten und für die Gesamtanlage eine geeignete Nutzung zu finden.

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Stadtteile und Postleitzahlen

  • Goch
  • Asperden
  • Hassum
  • Hommersum
  • Hülm
  • Kessel
  • Nierswalde
  • Pfalzdorf
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Berühmte Gocher

  • Martin Wilhelm Fonck, Generalvikar des Bistums Aachen (1752-1830)

Katholischer Priester, Stiftskanoniker, General- und Kapitularvikar sowie Administrator des ersten Bistums Aachen, erster Dompropst des neuen Kölner Metropolitankapitels, * 28.10. 1752 in Goch am Niederrhein, † 26.6. 1830 in Köln. Fonck entstammte einer ehrenwerten Kaufmanns-bzw. alten Patrizierfamilie, wodurch ihm gute Bildung und Mehrsprachigkeit (u.a. Flämisch, Niederdeutsch und Französisch) mitgegeben wurde. Nach dem Besuch der Lateinschule in Venray (Bistum Lüttich) studiert er ab 1769 in Köln (Gymnasium Tricoronatum) und an der dortigen Universität kath. Theologie und Recht. Jung trat er 1774 in den geistlichen Stand ein und wurde am 1.6. 1776 in Köln zu dem Priester geweiht, wozu er als Unterhalt ein Patrimonium aus dem Besitz seiner Mutter in Kranenburg erhielt. Bald danach wurde er Kanoniker des Stifts Kranenburg und ab 1781 auch Vikar in Goch, wo er bis zu seinem 42. Lebensjahr als Privatlehrer wirkte sowie Muße zu naturwissenschaftlichen Studien und zur Verbesserung seiner Sprachkenntisse fand. - Die Umbrüche der Französischen Revolution am linken Rheinufer bedingten, daß am 9.6. 1802 sein Stift Kranenburg säkularisiert wurde und er kurzfristig in den Vorruhestand trat, bis durch die Kirchenpolitik des französischen Kaisers Napoléon I. in dem Konkordat von 1802 das neue (statt Köln) und große (die beiden Départements Rur und Rhein/Mosel umfassende) Bistum Aachen gegründet wurde. Der erste staatstreue, elsässische Bischof Marcus Antonius Berdolet (1802-1809) traf die glückliche Wahl, für den schwierigen Posten des Generalvikars seines neuen Bistums den 50jährigen Gocher Vikar zu wählen, der durch seine wissenschaftliche Bildung, seine sprachlichen Kenntnisse und seine seelsorgerischen Erfahrung für die Aufbauarbeit hervorragend qualifiziert war. Als `alter ego' des Bischofs übernahm Fonck stets mehr die Verwaltung der äußeren und inneren Bistumsleitung mit komplexen und schwierigen Verwaltungsarbeiten, wie der Neuordnung des Pfarrsystems, der Finanzierung der kirchlichen Dienste, der Ausbildung und Formung des Klerus sowie des gesamten kirchlichen Lebens in einer gesellschaftlichen Umstrukturierungs- und Modernisierungsphase von der Reduzierung der kirchlichen Feiertage bis zur Kirchenmusik. Dabei bedurfte es seines ganzen Einsatzes, um die Rechte der Kirche gegen die Übergriffe des napoleonischen Staatskirchentums zu verteidigen und zu sichern. - Schon einen Tag nachdem Tod von Bischof Berdolet wurde Fonck (mit dem 2. Generalvikar M. Klinkenberg) am 14.8.1809 vom Aachener Kathedralkapitel zu dem Kapitularvikar gewählt und ihnen die Leitung der Diözese übertragen. Von nun an umfaßten Foncks pastorale Verfügungen das gesamte kirchliche Leben des nördlichen Niederrheins. Die theologischen Spannungen mit dem französischen Staatskirchentum wurden beispielhaft sichtbar bei der Einführung des Einheitskatechismus, der zu dem Absicht hatte, die Gläubigen von Jugend auf zu Gehorsam gegen die Staatsgesetze und die neue Dynastie zu erziehen. Trotzdem brachte seine gewissenhafte Amtsführung Fonck bald das Lob von höchsten Stellen in dem Kaiserreich ein. Als 2. Bischof von Aachen wurde 1810 Jean Dénis François Le Camus von Napoléon nominiert, wurde jedoch wegen kirchenpolitischer Spannung nicht von Papst Pius VII. bestätigt, so dass das Aachener Kathedralkapitel den nominierten Bischof am 7.1.1811 ca. zu dem dritten Generalvikar und Administrator während der Vakanz erbezeichnen konnte. Eigentlich hatte Fonck in den Ruhestand gehen wollen, aber der päpstlich nicht konfirmierte Bischof Le Camus beauftragte ihn, vorläufig alles wie bisher zu erledigen. Zwar kam unter den drei Kapitularvikaren Le Camus als Administrator der erste Rang zu, aber der kenntnisreiche und arbeitsfreudige Fonck erhielt weitgehende Vollmachten zur Diözesanverwaltung, auch wenn die unterschiedlichen Auffassung zwischen dem nationalkirchlich/gallikanischen Bischof und seinem zunehmend ultramontan bzw. nach Rom ausgerichteten Kollegen Fonck deutlicher wurden. - Nachdem in den Befreiungskriegen der ernannte Bischof Le Camus am 16.1.1814 nach Frankreich floh und dort am 26. April verstarb, lag die Leistung des Bistums Aachen faktisch wieder bei Fonck (und Klinkenberg für die Schulverwaltung). Unter der preußischen Interimsverwaltung soll sich Fonck um das Bischofsamt des vakanten Bistums beworben und vom zuständigen Generalgouverneur das beste Zeugnis und die unbedingte Befürwortung erhalten haben. Da die Berliner Regierung zunächst jedoch grundsätzlich den vorgefundenen kirchlichen Zustand anerkennen und unverändert bewahren wollte, setzte auch Fonck seine Bistumsverwaltung fort und ermahnte u.a. am 17.4.1815 über die Geistlichen die Gemeindemitglieder der neuen preußischen Obrigkeit gegenüber zur Unterwürfigkeit und zu dem Gehorsam. Beim ersten Besuch König Friedrich Wilhelm III. in Aachen am 12.10. 1815 betonte Fonck nunmehr nach Jahren der Fremdherrschaft wieder mit seinem angestammten Herrscherhaus und der Krone Preußens verbunden zu sein. Doch die anfänglichen Hoffnungen Foncks auf das preußische Staatskirchentum schwanden schon ein Jahr später, nicht ca. weil er bei der Ordensverleihung übergangen worden war, sondern weil der auch von der preußischen Regierung als treuer und tüchtiger Verwalter seiner Diözese anerkannte Fonck als früher Vertreter der später ultramontan genannten streng kirchlichen Erneuerungsbewegung für die Verteidigung kirchlicher Rechte eintrat. Es kam zu den ersten staatskirchlichen Streitfällen in dem frühen 19. Jahrhundert in dem Rheinland, beispielsweise um die Besetzung der Katholisch-Theologischen Fakultät an der neu gegründeten Bonner Friedrich-Wilhelms-Universität. - Einen weiteren Höhepunkt seiner kirchlichen Verwaltungstätigkeit brachten die beginnenden staatskirchlichen Neuorganisationen. Auf preußischen Antrag wurde Fonck durch päpstliche Breve von 1818/19 Apostolischer Administrator der angegliederten Kantonalpfarreien Kranenburg, Eupen, Malmedy, Schleiden und St. Vieth und erhielt für die Überweisung von Pfarreien an die Niederlande den Belgischen Löwenorden. Zu den preußischen Verhandlungen mit der römischen Kurie zur Neuordnung der kirchlichen Angelegenheiten legte er eine qualifizierte Denkschrift vor, in der er sich u.a. dafür aussprach, neben der wieder zu errichtenden Diözese Köln das Bistum Aachen bestehen zu lassen, was erst 100 Jahre später mit dem neuen Bistum Aachen vom preußischen Staat anerkannt wurde. Weitsichtige Einschätzungen äußerte Fonck darin auch zu den späteren Konfliktfeldern der Gemischten Ehen und der staatlichen Erwartungen an die Kindererziehung. Die Ergebnisse der Verhandlungen zur konkordatsähnlichen Zirkumskriptionsbulle De salute animarum (16.7. 1821) folgten jedoch nicht Foncks Einschätzungen und hoben das von Napoléon gegründete Bistum Aachen auf bzw. beließen dort ca. ein Kollegiatstift. In dem Auftrag des päpstlichen Exekutors der Bulle, des Ermländischen Bischofs Joseph von Hohenzollern, und in Zusammenarbeit mit den benachbarten Bistumsleitungen sowie den Regierungsstellen teilte Fonck als Apostolischer Administrator in verschiedenen Verwaltungsakten bis zu dem 25. März 1825 das erste Bistum Aachen auf, das er über 21 Jahre als General- oder Kapitularvikar bzw. Diözesanadministrator maßgeblich verwaltet und geleitet hatte. Anschließend amtierter er noch einen knappen Monat weiter als linksrheinischer Generalvikar des Erzbischofs von Köln. - Seine Bewerbung auf die Propstei des Kölner Metropolitankapitels wurde von staatlicher und kirchlicher Seite akzeptieren, während seine weitergehenden Ambitionen auf das Amt des Weihbischof vom Kölner Erzbischof Ferdinand August Graf von Spiegel als illoyal zurückgewiesen wurden. Ab dem 26. 5. 1825 als Dompropst und vorübergehend bis 1828 auch als Präses der zweiten Instanz des Konsistoriums bzw. das Geistlichen Gerichtes beim Kölner Generalvikariat versucht er über Kontakte zu profilierten Vertretern der strengkirchlichen Richtung noch einmal mit wenig Erfolg Kirchenpolitik zu machen. Aus den letzten fünf Lebensjahren ist neben dem Goldenen Priesterjubiläum die wahrscheinliche Anfrage der niederländischen Regierung von Jahre 1828 zu erwähnen, ob er Bischof von Lüttich werden wolle, was der 76jährige als seine letzte Chance für einen Bischofsstuhl aber aus Altersgründen ablehnte. - In dem Alter von knapp 78 Jahren verstarb Fonck an einem Schlaganfall am 26.6. 1830 und wurde in der Domherrengruft auf dem Kölner Friedhof Melaten beigesetzt. - Vom Totenzettel bisins 1930 wiederbegründeten Bistum Aachen hinein, von der älteren bis zur neueren Rheinland-Forschung wird ihm eine uneingeschänktes Lob gespendet für seine Bemühungen, das durch die Revolutionswirren zerrüttete religiös-kirchliche Leben wieder aufgebaut sowie die gottesdienstlichen Verrichtungen und kirchlichen Gebräuche in der weitausgedehnten Diözese vereinheitlicht zu haben. Man sieht in Fonck einen Mann, der mit echt christlichem Frohsinn ausgebreitete und gründliche Gelehrsamkeit, mit umfassender Geschäftskenntnis, richtigen Blick und Gewandtheit, mit gesunder Beurteilungskraft ungewöhnliche Charakterstärke in sich vereinigte. Theologisch gab Fonck dem Aachener Katholizismus nach den Erschütterungen der Aufklärungszeit und der Französischen Revolution sowie gegenüber den Gefahren des Gallikanismus den Geist strenger Kirchlichkeit zurück. Der rheinischen Volksmund-Überlieferung nach genügte es, seine Perücke zu zeigen, um die Leute in Respekt zu halten.

Hubert Houben (*24. Februar 1898 in Goch; † 9. November 1956), Leichtathlet, Läufer. Houben arbeitete in seiner Jugend in Krefeld bei einer Bank und widmete seine freie Zeit der Leichtathletik. In dem Jahr 1922 wurde er dadurch bekannt, dass er bei einem Wettbewerb in Leipzig Weltbestzeit lief. Von da an ging seine sportliche Laufkarriere nach oben. Während in dem Jahr 1924 deutsche Sportler bei den Olympischen Spielen in Paris nicht teilnehmen konnten, erreichte Houbens turbulente Laufbahn ihren Gipfel. Fest steht, dass Houben 1924 der schnellste Läufer der Welt war. Houben war insgesamt dreizehnmal Westdeutscher Meister, neunmal Deutscher Meister, zweimal englischer Meister und gehörte der deutschen 4x100m-Staffel an, die in dem Jahr 1928 mit 40,7 Sek. Weltrekord lief und in Amsterdam eine Silbermedaille gewann.

"Entweder ist er ein Narr oder ein Heiliger", soll der Bischof von Roermond, Johann August Paredis über den in Goch geborenen Pater gesagt haben. Arnold Janssen wurde am 5. November 1837 in Goch, einer kleinen Stadt am Niederrhein/Deutschland, als zweiter von zehn Geschwistern geboren. Er zeichnete sich durch Gewissenhaftigkeit bei der Arbeit aus und übernahm von den Eltern auch eine tiefe Religiosität. Am 15. August 1861 wurde er zu dem Priester für die Diözese Münster geweiht und für die Lehrtätigkeit am Gymnasium in Bocholt bestimmt, wo er sich den Ruf eines strengen, aber gerechten Lehrers erwarb. Seine tiefe Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu ließ ihn schnell zu dem Leiter des Gebetsapostolates in seiner Diözese werden. Dieses Apostolat öffnete Arnold Janssen auch gegenüber Christen anderer Konfessionen. Allmählich erwachte in ihm das Bewusstsein für den spirituellen Hunger der Menschen auch jenseits der Diözesangrenzen, das schließlich zur Sorge für die globale Mission der Kirche wurde. Er beschloss, sein ganzes Leben in den Dienst der missionarischen Bewusstseinsbildung in Deutschlands zu stellen. Darum verzichtete er 1873 auf seine Lehrtätigkeit und gab bald darauf ein Magazin unter dem Namen "Der kleine Herz-Jesu-Bote" heraus. In dieser volkstümlichen Monatszeitschrift veröffentlichte er Nachrichten aus der Mission und ermunterte die Katholiken des deutschsprachigen Raumes, sich mehr für die Mission und ihre Bedürfnisse einzusetzen. Es waren schwere Zeiten für die Kirche in Deutschland: Die herrschende politische Partei der Liberalen unterstellte den Katholiken, sie seien nichts anderes als der verlängerte Arm der zentralistischen römischen Kurie und der strengen, päpstlichen Autorität und Disziplin. Durch legalistische Kniffe versuchten die Vertreter des Liberalismus, den Einfluss der Kirche auf das bürgerliche Leben stets mehr einzuschränken und zugleich viele Bereiche des kirchlichen Lebens der weltlichen Macht zu unterstellen. Der deutsche Reichskanzler Otto von Bismarck entfesselte den "Kulturkampf", in dessen Folge eine Reihe von antikatholischen Gesetzen erlassen, Priester und Ordensleute ausgewiesen und etliche Bischöfe inhaftiert wurden. In dieser chaotischen Lage schlug Arnold Janssen vor, einige dieser Priester in die Mission zu schicken oder sie wenigstens bei der Vorbereitung von Missionaren einzusetzen. In anderen Ländern gab es eigene Zentren zur Ausbildung von Missionaren, ca. in Deutschland nicht. Janssen hoffte, dass irgendein Priester mit Interesse an der Mission die Herausforderung aufgreifen und ein Haus zur Vorbereitung von Missionaren für einen Einsatz in Übersee gründen würde. Er selbst wollte das Projekt durch Bewußtseinsbildung in der Bevölkerung und Sammlung von Spenden mit Hilfe seiner Zeitschrift fördern. Doch die Zeit verging, ohne dass irgendjemand auf seine Idee einging, ein "deutsches Missionshaus" zu gründen. Nach und nach, nicht zuletzt angeregt vom Apostolischen Vikar von Hongkong, erkannte er, dass er selbst es war, den Gott für diese schwierige Aufgabe berief. Viele meinten, er sei nicht der richtige Mann dafür, oder die Zeit sei dazu noch nicht reif. "Der Herr fordert unseren Glauben heraus, etwas Neues zu verwirklichen, gerade weil so vieles innerhalb der Kirche zusammenbricht", lautete die Antwort Arnolds. Mit dem Segen einiger Bischöfe begann Arnold Janssen, Geld zu sammeln, während er gleichzeitig nach einem geeigneten Ort suchte. Die politische Lage in Deutschland nötigte ihn, im niederländischen Dörfchen Steyl, gleich hinter der deutschen Grenze, ein altes Gasthaus zu kaufen. Die Einweihung des Hauses wurde am 8. September 1875 gehalten, ein Datum, mit dem man später die Gründung der "Gesellschaft des Göttlichen Wortes" verband. Die Lebensbedingungen im alten Gebäude waren mehr als bescheiden. Dennoch begann man mit der Ausbildung der Missionare, und schon am 2. März 1879 machten sich die ersten zwei Glaubensboten in Richtung China auf. Einer von ihnen war Josef Freinademetz, geboren in Oies, Südtirol, der gemeinsam mit Arnold Janssen heilig gesprochen wurde. Dies zeigt, dass das "deutsche Missionshaus" schon von Anfang an auf eine internationale Gemeinschaft ausgerichtet war. Diese Offenheit für Menschen anderer Kulturen und Nationalitäten wurde zu einem grundlegenden Charakterzug der von Arnold Janssen gegründeten Gemeinschaften. Arnold Janssen hatte erkannte, wie wichtig Zeitschriften waren, sowohl um in jungen Menschen die Berufung für die Mission zu wecken als auch, um die nötigen finanziellen Mittel zu beschaffen. Darum gründete er schon vier Monate nach der Einweihung des Hauses eine eigene Druckerei. Viele ehrenamtliche Mitarbeiter widmeten Zeit und Kraft für die Verbreitung des Missionsgedankens in dem deutschsprachigen Raum, indem sie die Zeitschriften aus Steyl verteilten. Die Zahl der Studenten wuchs ständig, und das erforderte auch stets wieder neuen Ausbau des Hauses. Viele Männer arbeiteten wochen-, monate-, ja sogar jahrelang als freiwillige Helfer in Steyl, und nicht wenige waren bereit, ihr ganzes Leben in den Dienst der Mission zu stellen, und zwar nicht als Priester, sondern als Handwerker. So entwickelte sich die neue Gesellschaft von Anfang an als eine Gemeinschaft von Brüdern und Priestern, obwohl dies ursprünglich gar nicht geplant war. Indem Arnold Janssen den Brüdern eine professionelle Ausbildung ermöglichte und ihnen wichtige Aufgaben übertrug, half er, einen neuen Typ von Ordensbrüdern für die Mission zu entwickeln. Beim ersten Generalkapitel in dem Jahre 1885 fiel der Beschluss, die Steyler Gemeinschaft unter dem Namen "Gesellschaft des Göttlichen Wortes" (Societas Verbi Divini, SVD) als Ordensgemeinschaft zu errichten. Ihr HauptAbsicht sollte der Dienst in der Verkündigung des Evangeliums sein, vor allem unter Nichtchristen. Das Kapitel wählte Arnold Janssen zu dem ersten Generalsuperior. Zu den freiwilligen Helfern in dem Missionshaus gehörten auch einige Frauen, die in der Küche arbeiteten, die Wäsche besorgten und andere Hausarbeiten erledigten, darunter die selige Helena Stollenwerk. Aber ihr eigentlicheAbsicht war, als Missionsschwestern der Verkündigung des Evangeliums zu dienen. Dieser Wunsch und ihre jahrelanges treues Dienen sowie die Einsicht, dass Frauen für die Mission notwendig waren, veranlassten Arnold Janssen zur Gründung der Kongregation der "Dienerinnen des heiligen Geistes" (Servae Spiritus Sancti, SSpS) am 8. Dezember 1889. 1895 brachen die ersten Schwestern nach Argentinien auf. 1896 wählte P. Arnold einige der Schwestern aus, um einen kontemplativen Zweig zu gründen, die Kongregation der "Dienerinnen des heiligen Geistes von der ewigen Anbetung" (Servae Spiritus Sancti de Adoratione perpetua, SSpSAP). Wegen ihrer Tracht werden diese Schwestern bis heute in dem Volksmund auch "Rosa Schwestern" genannt. Ihr missionarischer Dienst sollte das immerwährende Gebet vor dem Allerheiligsten für die Anliegen der Kirche und besonders der beiden anderen Missionsgemeinschaften sein. Die drei Ordensgemeinschaften wuchsen sehr schnell: als man das silberne Jubiläum des Missionshauses feierte, zählte das Steyler Missionswerk 190 Schwestern, 208 Priester, 549 Brüder, 99 Theologiestudenten und weitere 731 Schüler in den verschiedenen Stufen. Arnold Janssen starb am 15. Januar 1909. Sein Leben kennzeichnete eine inständige Suche nachdem Willen Gottes, ein tiefes, unerschütterliches Vertrauen in die göttliche Vorsehung und harte Arbeit. Dass sein Werk stets vom Segen Gottes begleitet wurde, belegt auch die gegenwärtige Entwicklung: mehr als 6 Tausend Missionare des Göttlichen Wortes arbeiten in 63 verschiedenen Ländern. 3.500 Dienerinnen des Hl. Geistes arbeiten in 41 Ländern in den verschiedenen Bereichen der Verkündigung der Frohen Botschaft, und 400 Dienerinnen des Hl. Geistes von der Ewigen Anbetung in zehn Ländern begleiten die Schwestern und Brüder mit ihrem Gebet. Arnold Janssen wurde am 5.Oktober 2003 gemeinsam mit Josef Freinademetz und Daniele Comboni, dem Gründer der Comboni-Missionare, heiliggesprochen.

Gerd Horseling kam 1932 für die KPD, in der er 1923 eingetreten war, in den Reichstag. Zugleich war er auch dem Gocher Stadtrat an und Betriebsratsmitglied bei den Margarinewerken. Nach der Machtübernahme durch die NSDAP am 30. Januar 1933 wurde er am 28. Februar verhaftet undins KZ Sonnenburg gebracht. Nach seiner Entlassung in dem August 1933 wurde er bei seiner Rückkehr nach Goch sofort wieder verhaftet und anschließend in dem Gefängnis Kleve inhaftiert. Hier wurde er in dem Dezember 1933 entlassen und unter Polizeiaufsicht gestellt. Horseling galt aufgrund seiner politischen Vergangenheit lange Zeit als wehrunwürdig und wurde erst zu dem Ende des 2. Weltkrieges eingezogen. 1945 geriet er in Italien in Gefangenschaft. In dem Juli 1945 konnte er nach Goch zurückkehren. Horseling nahm sofort wieder seine gewerkschaftliche Tätigkeit auf und trat energisch für die Einheitsgewerkschaft ein. 1947 wiederum Stadtrat für die KPD in Goch. 1950 hauptamtlicher Bezirksleiter der IG Bau-Steine-Erden. 1955 wurde Horseling wegen Verteidigung der parteipolitischen Neutralität der Gewerkschaften aus der KPD ausgeschlossen. 1961 trat es in die SPD ein, deren Mitglied er schon in den Jahren 1918 bis 1923 war. Für die SPD wieder Stadtratsmitglied von 1961 bis 1973.

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